Ausstellung Geyso20 - Künstler im Dialog
Die Ausstellung präsentierte Malerei und Zeichnung, Video, Klangkunst und Rauminstallation.
Mit Blick auf Künstlerpersönlichkeit und künstlerische Intention sucht Lienhard von Monkiewitsch Bilder von Winfried Kostka
und Reinhard Dittrich aus, die in der Ausstellung zu seiner großformatigen Arbeit in Bezug gesetzt werden. Hartmut Neumann wählt Susanne Lauer als Dialogpartnerin, die Bildantworten zu seinen Zeichnungen
erarbeitet.
Karl Möllers zeigt sich beeindruckt von Dirk Geffers‘ gemalten, ge-zeichneten und mit Schrift versehenen Bildern und zeigt eine
Auswahl in Korrespondenz zu seinen eigenen geschnittenen, gefalteten mit einer
Mischtechnik aus Grafit, Parafin, Pigmenten und Acrylfarben beschichteten
Bildern. Hans Wesker verarbeitet die kenntnisreichen Monologe von Dirk Geffers über Farben, Klänge und deren Bewertungssysteme und transformiert sie durch seine eigene künstlerische Sicht- und Arbeitsweise in die Klangkunstinstallation Klang 39 ….
Gerhard Scharnhorst bringt die Idee eines „Bild-Wechsel“ in den Dialog mit Murat Akay und Robert Fischer ein. Nach gegenseitigen
Besuchen im Atelier werden Bilder getauscht und malerisch darauf geantwortet.
Als Abschluss des Dialoges entstehen Bilder, die Gerhard Scharnhorst und Murat
Akay gemeinsam erarbeiten und die Handschrift beider tragen.
Josefh Delleg entdeckt bei seinem Atelierbesuch das Vergnügen von Volker Darnedde, sich Geschichten auszudenken und mit selbst erfundenen
Worten zu spielen. In einer Videoarbeit wird seine literarische Ausdrucksform
erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Michael Kaul analysiert im Nebeneinander seiner
Farbschichtmalerei mit den malerischen Farbstiftzeichnungen von Volker Darnedde
subjektive und objektive Bildwirkungen.
Die „Schlossbibliothek“ von Marion Gülzow und Mahalia Heydemann begründet sich auf der Leidenschaft am Sammeln schöner Dinge und der Lust am Gestalten. Die zu Buchobjekten gewordenen Zigarrenkisten lassen Märchenhaftes und Geheimnisvolles entdecken.
Franziska Rutz und Lutz Möller kennen und schätzen sich seit langem. Beide verbindet die Faszination für Staubsauger, Bügeleisen und Wäschepflege. Sie zeigen eine Rauminstallation mit dem Titel „Was muss alles gewaschen werden?“
Ausgangspunkt der Rauminstallation von Thomas Bartels und Thorsten Ruperti sind
zwei Fernschreiber und die selbst gestellte Herausforderung, den Austausch von
Daten auf eine künstlerische Ebene zu übertragen. Die Verlegung des ersten Überseekabels und die dabei auftretenden Schwierigkeiten spielen bei der
Installation „Transatlantikkabel“ eine wesentliche Rolle.
Zehn Tage nimmt der Zeichner Matthias Beckmann Leben und Arbeiten im Atelier
sowie dessen räumliche Gegebenheiten in den Blick und dokumentierte diese mit seinem sachlichen
Zeichenstil. Statt einem Dialogpartner sieht er sich einer Vielzahl von Persönlichkeiten gegenüber, die ihn in ihrem künstlerischen Schaffen und ihrer unvoreingenommenen Herzlichkeit beeindrucken. Er
entscheidet sich dafür, in der Ausstellung seinen gezeichneten Blättern eine von ihm getroffene Bildauswahl fast aller Ateliermitglieder zur Seite
zu stellen.
Fotos: A. Greiner-Napp